Mama, Papa, müsst ihr schon wieder ein Foto von mir machen? Und auch noch posten?

Im Urlaub ist man weit weg vom Stress, vom Alltag – man kann entspannen. Eltern und Kinder genießen schöne Momente zusammen – das will natürlich auch festgehalten werden.

Schnell sind ein paar Fotos geknipst, und dank der technischen Möglichkeiten auch direkt auf den sozialen Netzwerken gepostet. Nicht nur Jugendliche, auch Eltern machen das immer häufiger.

Das Posten von Fotos/Videos der Kinder durch die Eltern wird als „Sharenting“ bezeichnet, zusammengesetzt aus den englischen Wörtern share (teilen) und parenting (Kindererziehung). Die Frage stellt sich, ob das immer eine gute Idee ist.

Was die Eltern als schöne Urlaubserinnerung wahrnehmen, empfindet das Kind vielleicht irgendwann als peinlich. Auch Spott und Mobbing durch (zukünftige) Mitschüler können Folgen sein.

Eine Empfehlung an Eltern ist es, sich vor dem Posten von Bildern und Videos in das Kind hineinzuversetzen und an die Zukunft zu denken. Denn sind Fotos bzw. Videos einmal im Netz, können sie geteilt, gespeichert, kopiert und zu anderen Zwecken missbraucht werden. Man hat keine Kontrolle mehr darüber, was alles damit geschehen kann.

Besonders auf das Teilen von Fotos, die Kinder nackt, im Badeanzug und ähnlichen Situationen zeigen, sollten Eltern verzichten. Pädokriminelle stehlen diese Art von Fotos, sowie auch Alltagsbilder, laden sie an anderer Stelle hoch und missbrauchen die Fotos/Videos zur sexuellen Befriedigung. Sie tauschen diese in Foren und reden darüber, wie sie dem Kind am liebsten sexualisierte Gewalt antun wollen.

Doch nicht nur solche Foren, sondern auch YouTube kann zu diesem Zweck missbraucht werden. Pädokriminelle Nutzer können durch geschickte Einstellung der Playlist-Funktion Alltagsbilder von Kindern in einen sexuellen Kontext stellen: Durch die Namen der Playlists, durch die Zusammenstellung der Videos und durch die Kombination von sexualisierten Adjektiven und unauffälligen Begriffen zu Alter, Größe oder körperbetonten Aktivitäten sind diese Playlists dann über die Suchfunktion zu finden. Eine sichere Gegenmaßnahme ist die Voreinstellungen so zu konfigurieren, dass Videos nicht wahllos verbreitet werden, wie etwa durch die Einstellung, dass eigene Videos nicht zu Playlists von anderen hinzugefügt werden können.

Als Eltern sollte man also den Schutz der Kinder vor das Bedürfnis des Austausches stellen und Bilder ggf. eher nicht posten. Hier ist es gut und wichtig, wenn Eltern die Privatsphäre der Familie wahren. Damit einher geht automatisch, dass Kinder sich bei den Eltern einen sorgsamen Umgang mit Bildern abschauen und es später mit eigenen Fotos auch so machen. Diese Entscheidungshilfe kann Eltern bei der Einschätzung, ob ein Bild/Video gepostet werden sollte oder nicht, unterstützen.

Wer in sozialen Netzwerken posten will, sollte in jedem Fall die Privatsphären- und Sicherheitseinstellungen prüfen. Eine weitere sinnvolle Maßnahme ist die Einschränkung der Zielgruppen von Alben und Fotos.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Brauchen Sie Unterstützung darin, wie sie so ein Gespräch mit Ihren Kindern gestalten können?

Zögern Sie nicht, die BEE SECURE Helpline (8002 1234) anzurufen, erreichbar montags bis freitags (außer an Feiertagen) von 9h bis 16h.

Bei allgemeinen Fragen rund ums Eltern sein, Kinder erziehen und als Familie zusammenleben, können Sie sich auch an das Elterentelefon 26 64 05 55 wenden (montags bis freitags von 9h bis 12h und mittwochs von 17h bis 20h, außer an Feiertagen).

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