Endlich Sommerferien: Zeit zum Abschalten und Ausruhen GERADE JETZT!

Alles ist in diesem Jahr anders… auch die Sommerferien.

Unsicherheit, Flexibilität und Spontaneität waren in diesem Schuljahr gefragt. Die Angst vor dem Virus aber auch die Tatsache, dass jegliche Planung jeden Moment über den Haufen geworfen kann, waren allgegenwärtig. Eltern, Lehrer, Schüler haben gelernt alle möglichen Alternativen und Varianten immer wieder mitzudenken und miteinzuplanen, um dann immer wieder ad hoc umgestalten, umplanen und anpassen zu können. Unsere „Antennen“ sind immer noch weit ausgestreckt und darauf sensibilisiert unser Umfeld tagtäglich zu scannen um Nachrichten, Aussagen aufzunehmen, zu interpretieren und aufzugreifen, mit dem Ziel so die nächste Zeit so gut wie möglich im Vorfeld planen zu können. Werden wir in den geplanten Urlaub fahren können? Wird es eine weitere Welle geben?

Für Grundschüler aus den Hochwassergebieten war nicht mal der letzte Schultag „normal“. Abrupt war das Schuljahr vorbei, sie konnten sich nicht mehr von ihren Mitschülern verabschieden wie geplant.

Durch die vielen Änderungen waren die Anforderungen an die Schüler und Familien deutlich erhöht in diesem Jahr. Es war viel schwieriger für Kinder und Jugendliche sich auf die Schule, die Materie, ihre Ziele zu konzentrieren. Dies bedeutete einen zusätzlichen Druck und Stress.

Die Unruhe, die das ganze Schuljahr, Kinder, Jugendliche und Familien begleitet hat, scheint leider weiterhin erst noch bestehen zu bleiben.

Die Ferien sind noch nicht gestartet, schon werden Familien im Radio, in der Presse eingeladen ihre Kinder in freiwillige Nachhilfekurse einzuschreiben. Jetzt schon stehen die Lerndossiers bereit um sich auf den Schulbeginn vorzubereiten. Und schon beginnen die Gedanken, bin ich/ist mein Kind gut gewappnet für das nächste Schuljahr? Wie kann ich mich, mein Kind am besten stärken?

STOP!!!!

Einatmen – Ausatmen!

Wenn die Batterien leer sind, läuft kein Motor der Welt; nicht mal mehr 1 Millisekunde.

Familien, Kinder und Jugendliche sollen sich eine kleine Auszeit genehmigen. Einfach nichts tun, zur Ruhe kommen. Die Seele baumeln lassen, Erinnerungen vom Schuljahr verarbeiten, sich stärken und erholen. Das was in diesem Jahr geleistet wurde, ist einfach grandios.

Auch Eltern sollten sich eine Erholung gönnen. Kinder sind sehr sensibel und spüren, wenn es den Eltern nicht gut geht. Sie saugen ihre Unruhe auf wie ein Schwamm. Ihre Nervosität spiegelt sich im Verhalten ihrer Kinder. Laut Jesper Juul, liegt es in der Verantwortung der Erwachsenen sich gut um sich selbst zu kümmern, denn nur dann können wir gute Eltern sein. Eine sachliche und mit Geduld geführte Diskussion mit einem trotzigen Kind oder genervtem Teenie ist eine Herausforderung für gestresste und überforderte Eltern. Kurze Momente nur für sich oder als Paar tun richtig gut.

Wir haben eine heftige Zeit hinter uns, die Belastungen waren erhöht. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig sich einen Zeitraum ohne Arbeit, ohne Verpflichtung zu gönnen. Falls sie oder ihr Partner immer noch von zu Hause arbeiten und ihren Urlaub in diesem Jahr zu Hause verbringen, versuchen sie geistigen Abstand zu gewinnen von ihrer Arbeit. Hier ist es hilfreich, ihre Arbeitsmaterialien aus ihrem alltäglichen Blickfeld zu verbannen. So wird man nicht ständig an die Aufgaben erinnert, die nach dem Urlaub anstehen. Es fällt so schwerer, klare Grenzen zur Arbeit zu ziehen. Erholung ist unter diesen Bedingungen eine Herausforderung.

Setzen sie sich mit ihrer Familie zusammen und explorieren sie die verschiedenen Bedürfnisse der einzelnen Familienmitglieder um freie Zeit – zu Hause oder im Urlaub – erholsam zu gestalten. Dies ist individuell verschieden. Ihr Sohn braucht vielleicht eine schweißtreibende Fahrradtour, die Tochter ein entspanntes Picknick an ihrem Lieblingsplatz im Wald, ihr Partner einen Spaziergang im Müllertal, ihnen selbst ein Tag in der Sonne mit einem guten Buch. Manchen hilft der Aufenthalt in der Natur, anderen hilft das Hören von Musik oder das Treffen mit Freunden. Alles was hilft abzuschalten, was auf andere Gedanken bringt, was ablenkt, was in Bewegung bringt, ist hilfreich. So kann Körper und Geist entspannt werden. Man spricht von Erholungserfahrungen. Versuchen sie Erholungserfahrungen in der Familie zu sammeln. Ein erster Schritt ist, sich den eigenen Bedürfnissen bewusst zu machen. Vielleicht finden sie ja eine Aktivität, die sie gemeinsam als ganze Familie realisieren können? Und vielleicht erinnert sich ihr Kind an ein Bedürfnis, das nicht mit technischen Geräten wie Smartphone oder PC zu erfüllen ist?

Um Erholungseffekte nachhaltig zu gestalten ist es hilfreich öfter kürzere Auszeiten einzulegen (z.B. ein langes Wochenende einplanen). So kann der Erholungseffekt immer wieder neu aufgefrischt werden. Wenn ihre Kinder Nachhilfeunterricht brauchen, ist es hilfreich nach ein paar Wochen Pause, dies gut dosiert (vielleicht progressiv) in den Tagesablauf mit einzuplanen (und warum nicht nur maximal an 4 Tagen in der Woche) –  immer gekoppelt mit Erholungserfahrungen. So entsteht eine Routine. Interessant ist auch die besten Konzentrationsphasen ihres Kindes zu nutzen (z.B. immer morgens nach dem Frühstück).

Tanken sie die „Batterien“ von sich und die von ihren Kindern wieder auf. Suchen sie sich die „geeigneten Tankstellen“ an die individuellen Bedürfnisse angepasst aus. Und genießen sie diese Erholungserfahrungen in vollen Zügen ohne schlechtes Gewissen – exakt nach dem buddhistischen Leitspruch: „Tue was du tust“ oder aber nach diesem Leitspruch: „Carpe Diem“, das was sie JETZT GERADE am Meisten anspricht.

Wenn sie Fragen oder Sorgen haben, die sie beschäftigen und die sie daran hindern abzuschalten, rufen sie uns an. Das Elterentelefon ist für sie da, jeden Morgen von Montag bis Freitag von 9 bis 12 und mittwochs abends von 17 bis 20h. Die Beratung ist gratis, anonym und vertraulich.

Mama, Papa, müsst ihr schon wieder ein Foto von mir machen? Und auch noch posten?

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