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Aus der Perspektive eines Erwachsenen ist es manchmal leicht zu vergessen, wie anstrengend die Rückkehr zur Schule für Kinder und Jugendliche sein kann. Wir können nostalgisch auf eine Zeit in unserer Jugend zurückblicken, als wir uns freier von den Pflichten der Erwachsenen fühlten, es genossen, mehr Zeit mit unseren Freunden zu verbringen und neue Dinge zu lernen. Gleichzeitig können wir uns auch an unsere eigenen Kindheitserfahrungen erinnern, in denen es darum ging, sich anzupassen, akzeptiert zu werden oder in der wir Schule vielleicht schwer fanden. Diese beiden Perspektiven können die Art und Weise, wie wir unsere Kinder oder die von uns betreuten Jugendlichen unterstützen, überschatten. In Wahrheit ist es normal, dass Kinder manchmal ambivalente Gefühle gegenüber dem neuen Schuljahr haben. Vielleicht gibt es die Aufregung, alte Freunde wieder zu sehen oder neue Leute kennen zu lernen, und gleichzeitig kann es Ängste geben, wie sie mit neuen Klassenkameraden, Lehrern, Schularbeiten, einem Wechsel in Klassenräumen und sogar einer neuen Schule fertig werden zu müssen. In unserer Jugend wurde den meisten von uns gesagt, dass wir uns nicht zu sorgen brauchen, dass alles ok sein würde, aber was ein Kind am meisten braucht, ist zu hören, dass diese Gefühle normal und in Ordnung sind.

 

Die Fragen - "Werde ich Freunde finden? - Passe ich hinein? - Werde ich gemobbt werden? - Bin ich schlau genug? Und was ist, wenn ich es hier hasse?" Das sind alles echte Sorgen für junge Leute. Jedes Kind wird seinen eigenen Bereich haben, den es beunruhigt, und diese Bereiche ändern oft im Laufe der Zeit, abhängig vom Alter des Kindes und seinem Stadium im Schulsystem. Obwohl wir als Erwachsene vielleicht denken mit mehr Verantwortung weniger Entscheidungsfreiheit zu haben, sollten wir nicht vergessen wie wenig Wahlmöglichkeiten unsere Kinder haben, wenn sie mindestens 10 Jahre ihres 16-jährigen kurzen Lebens in die Schule gehen. Während ihres Tages müssen sie vielleicht viele Dinge tun mit Menschen die sie herausfordern, die sie nicht selbst gewählt haben, und das kann für einige Kinder oder Jugendliche schwierig und sogar unangenehm sein. Darüber hinaus werden sie regelmäßig getestet und können Scham erleben, wenn sie nicht den Anforderungen entsprechen. All dies, bevor ihr Gehirn, ihr physischer Körper und ihre emotionale Entwicklung vollständig entwickelt sind. Kein Wunder, dass Kinder fühlen als hätten sie wenig Entscheidungsmöglichkeiten und es kaum erwarten können, erwachsen zu werden!


Als Erwachsene können wir jungen Menschen helfen, all diese Fragen und Sorgen zu bearbeiten, indem wir uns die Zeit nehmen, Kinder und die Jugendlichen zu fragen, wie es ihnen geht bei dem Gedanken des Schulanfangs. Diese Zeit sollte so geplant werden, dass es unwahrscheinlich ist von anderen Personen oder digitalen Geräten unterbrochen zu werden. Wenn Sie mit dem Kind zusammen sitzen und offene Fragen stellen, wie "Hast du irgendwelche Ängste/ Sorgen, zurück in die Schule zu gehen?" - Worauf freust du dich am meisten? - Worüber bist du am meisten besorgt?" Versuchen Sie aktiv zuzuhören was das Kind sagt, und nicht zu unterbrechen. Fragen Sie weiter, ob es noch mehr sagen möchte. Es ist oft schwer zu ertragen, wenn dein Kind dir sagt, dass es unzufrieden ist, wieder in die Schule zu gehen oder sich sogar weigert zurückzugehen. Aber wenn Sie es einfach frei sprechen lassen und zeigen können, dass Sie zuhören und sich um seine Antworten kümmern, kann es oft seinen eigenen Weg finden, mit unangenehmen Gefühlen fertig zu werden. Wenn Ihr Kind sehr emotional zu sein scheint oder in seinen negativen Gefühlen steckenbleibt, möchten Sie es vielleicht fragen, wie es zuvor mit ähnlichen Gefühlen umgegangen ist, oder Sie können ihm vielleicht ein klares Beispiel dafür geben, wie es in der Vergangenheit in ähnlicher Situation positiv reagiert hat. Ermutigen Sie es zu erkennen, dass es sich in der Vergangenheit schon mal so gefühlt hat und dass sich die Dinge am Ende positiv entwickelt haben. Wenn Ihr Kind über Bedenken spricht, gemobbt zu werden oder dass die Schule schwer ist, zeigen Sie ihm, dass Sie es ernst nehmen. Fragen Sie's, ob es in Ordnung ist, sich Notizen zu machen, aber machen Sie deutlich, dass Sie diese Informationen nicht ohne seine Zustimmung an den Lehrer oder die Schule weitergeben werden. Verwenden Sie diese Notizen, um im Detail zu erfahren, was die Anliegen des Kindes sind und wie es möchte, dass Sie anschließend handeln. Allein das Wissen, dass es Ihnen wichtig ist, es ernst zu nehmen, kann dem Kind helfen, eigene Strategien zum Überleben und Gedeihen zu entwickeln.


Denken Sie daran, dass "Zurück zur Schule" nicht nur den ersten Tag bedeutet! Es kann mehrere Wochen dauern, bis alle, einschließlich der Eltern, in das neue Schuljahr hineingefunden haben. Stellen Sie weiter Fragen und hören Sie weiter zu. Wenn Sie sich als Eltern Sorgen machen oder glauben, dass Ihr Kind von der kostenlosen, vertraulichen und anonymen Online-Hilfe für Kinder, Jugendliche und Eltern profitieren würde, besuchen Sie bitte www.kjt.lu.


Frohes neues Schuljahr!