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Wie helfe ich meinem Kind bei der Beendung einer Beziehung.

 

Es ist wieder die Zeit des Jahres wo man überall Herzen und Blumen sieht. Es ist fast zwingend einen „Valentine“ zu haben, jemandem sein Valentinsschatz zu sein oder jemanden zu seinem eigenen Valentinsschatz zu wählen. Kulturell scheint es, dass man nirgendwo auf der Welt davor geschützt ist und es ist nicht verwunderlich, dass aufgrund sozialer Medien unsere „Pre-Teens“ und unsere Teenager das Bedürfnis verspüren, in einer romantischen Beziehung zu sein.
Wenn Kinder älter werden ist es normal, dass sie mehr Zeit mit Gleichaltrigen verbringen und sich dort Rat und Unterstützung holen. In der Teenagerzeit ist es normal, dass junge Menschen sich mehr mit ihren Klassenkameraden, mit besten Freunden oder mit dem Freund oder der Freundin identifizieren als mit ihrer Familie. Dies ist Teil des Erwachsenwerdens. Aber was passiert, wenn diese Beziehungen zerbrechen?
Ganz gleich ob ihr Kind die Beziehung mit dem/der besten Freund/in oder der ersten Liebe abgebrochen hat, kann dies eine herzzerreißende Erfahrung sein, verbunden mit großem Kummer. Als Eltern würden wir erwarten, dass das Kind sich an uns wendet um Rat und Unterstützung. Doch es ist möglich, dass es dazu nicht in der Lage oder nicht willens ist, denn das tun Jugendliche in ihrem Alter nicht. Es ist möglich, dass es mit dem Verlust dieser engen Beziehung auch seine vertrauteste Person verloren hat, oder den Menschen mit dem es seine innersten Gedanken austauschen konnte. Identitätsfragen tauchen auf und es könnte sich sogar fragen: Wird jemals jemand mich wirklich wieder mögen/lieben?
Um mit diesen überwältigenden Gefühlen des Verlustes klar zu kommen, haben Jugendliche oft das Gefühl die einzigen zu sein, die je so was erlebt haben. Normale Tagesabläufe und Beschäftigungen, die vorher als angenehm galten, scheinen plötzlich leer und bedeutungslos.
Wenn sie sich nicht zu helfen wissen und nicht klarkommen oder nicht über ihre Gefühle reden können, könnten sie ungesunde Bewältigungsstrategien entwickeln wie z.B. Menschen meiden, Essstörungen (Binge-eating) oder überhaupt nicht essen, Alkohol- oder Drogenmissbrauch, Selbstverletzung oder Eintauchen in Computerspiele oder im Cyberspace. Einige dieser Strategien können kurzfristige Bewältigungsmechanismen sein, aber alle haben langfristige negative Folgen für ihr körperliches, seelisches und emotionales Wohlbefinden.
Was können Sie als Eltern tun, wenn Sie wissen oder vermuten, dass ihr Kind einen Beziehungsbruch erlitten hat?
Versuchen Sie, den Raum und die Zeit zu finden wo Sie allein sind und Sie wahrscheinlich nicht unterbrochen werden. Ermutigen Sie ihr Kind generell zu reden. Es ist wichtig, ihm die Möglichkeit zu geben sich zu öffnen, und nicht zu früh bohrende Fragen zu stellen. Manchmal hilft es etwas gemeinsam zu tun, wie ins Kino gehen, oder Einkaufen oder Sport. Sie können sich so entweder während der Aktivität unterhalten oder später zusammen essen gehen.
Versuchen Sie nicht als geringschätzig abzutun was das Kind gerade durchlebt. Seien Sie offen und hören Sie zu ohne zu viele Fragen zu stellen. Diese ersten Beziehungen sind ein wichtiger Teil seiner emotionalen Entwicklung. Versuchen Sie sich zu erinnern wie es war, als Sie ihren ersten besten Freund oder die erste Liebe verloren. Oft denken wir, dass wenn wir die Emotionen herunterspielen dies ihnen helfen wird ihre Trauer schneller zu überwinden. In Wahrheit würde es dem Jugendlichen lediglich das berechtigte Gefühl geben, dass Sie sowieso nicht verstehen würden.
Lassen Sie Ihr Kind wissen, dass Sie bereit sind, jederzeit mit ihm zu sprechen. Seien Sie sich bewusst, dass „jederzeit“ für einen Jugendlichen auch nach 23:00 Uhr sein könnte, nicht unbedingt die passendste Zeit für Sie. Es ist wichtig für sie da zu sein.
Wenn Sie über seinen/ihren ehemaligen Freund/in oder Ex sprechen, so geben Sie acht nicht negativ über sie zu reden. Vielleicht sind Sie wütend oder enttäuscht dass Ihr Kind verletzt wurde, nur wird dies Ihrem Kind bei der Verarbeitung seiner sehr oft ambivalenten Gefühle nicht helfen.
Würdigen Sie, dass Ihr Kind vielleicht eine Trauerzeit durchlebt, ähnlich der für einen Verstorbenen. Gestatten Sie ihm den Raum und versuchen Sie geduldig zu sein, während Sie es ermutigen eine gewisse Routine einzuhalten, sich an seinen Lieblingsaktivitäten zu beteiligen und versuchen, gesund zu essen.
Als liebevolle Eltern kann es schwierig sein sich damit abzufinden, dass unsere Liebe nicht ausreichend ist, unsere Kinder durch diese schwierige Phase zu begleiten. Natürlich möchten wir dass sie mit uns reden, doch ist dies nicht immer das was sie wollen. In solchen Momenten ist es gut zu wissen, dass wir ihnen einen vertraulichen und anonymen Dienst anbieten können.
Der KJT Online Help Service unterstützt Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern in englischer, deutscher, französischer und luxemburgischer Sprache. Die englischsprachige Online-Hilfe begann im Jahr 2015 und organisiert derzeitig eine Werbekampagne für junge Leute in Luxemburg.
Das Werbemaskottchen „BOD“ reist zurzeit in die Schulen und Orte, an denen junge Leute sich treffen, und verteilt Werbe-Postkarten. Jeden Monat wird eine neue Karte ausgestellt, die ein Thema behandelt das Kinder und Jugendliche betrifft. In diesem Monat ist das Thema: „Wie bewältigen wir Probleme“. Die Kampagne läuft 12 Monate und beinhaltet einen Wettbewerb, bei dem es darum geht einen versteckten Buchstaben in jeder neuen Karte zu finden. Die Buchstaben ergeben zusammen ein Wort, das für diese Dienstleistungsstelle eine große Bedeutung hat.
Ermuntern Sie Ihr Kind Ausschau nach dieser Werbung zu halten und sogar den Service auszuprobieren. Keine Frage, kein Problem ist zu groß noch zu klein und gut ausgebildete freiwillige Helfer unterstützen, informieren und geben weiterleitende Adressen für laufende Unterstützung in Luxemburg. Um den Service zu nutzen und für weitere Informationen wählen Sie www.kjt.lu