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Eltern wollen das Beste für ihr Kind. Doch noch nie war ihre Verunsicherung in Erziehungsfragen so groß wie heute. Und noch nie standen Eltern so in der Kritik: Von Tyrannenkindern, Tiger-Müttern und Helikopter-Eltern ist die Rede. Die meisten Kinder hingegen bewerten die Erziehung ihrer Eltern positiv. Was ist gute Erziehung heute? Und worauf kommt es wirklich an?

 

 

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Wie Kindererziehung geht wird oft heftig diskutiert und es gibt ein breites Spektrum an Meinungen und Standpunkten. Alle Eltern wollen für ihre Kinder eine glückliche Kindheit und Jugend! Was ist wichtig, wenn wir unsere Kinder großziehen?


Es ist wichtig, dass ein Kind seinen Eltern die ganze Bandbreite seiner Gefühle (Ärger, Wut Trauer, Angst Freude…) zumuten kann. Das ist manchmal anstrengend für Eltern, zeigt aber auch, dass das Kind sich geborgen und verstanden fühlt. Manche Eltern erscheinen ihren Kindern so sensibel, dass sie Mama und Papa nicht mit ihrem Gefühlsleben belasten wollen. Auch ist es für Kinder wichtig zu erfahren, dass ihre Eltern eine erste Anlaufstelle sind, wenn sie Probleme haben. Denn das heißt, dass es ein solides Sicherheitsnetz gibt, zu dem das Kind immer zurückkehren kann, wenn es Hilfe benötigt. Kinder brauchen Feedback von ihren Eltern, das weder zu kritisch ist, noch abwertende Label wie "böse", oder "faul" enthält. Die Kritik sollte sich immer auf ein Verhalten beziehen und nicht den jungen Menschen an sich in Frage stellen. Eine weitere wichtige Erfahrung ist es für ein Kind etwas selbst und aus eigener Kraft geschafft zu haben. Es geht um Selbstwirksamkeit. Eltern können Kindern helfen an einer Sache dran zu bleiben, auch indem sie das Kind unterstützen Hobbys und Interessen zu entdecken. Wichtig ist es auch in der Erziehung Grenzen zu setzen. Denn Kinder ohne Grenzen fühlen sich oft verloren. Grenzen und Regeln helfen Kindern, sich geliebt und geschätzt zu fühlen – auch wenn sie manchmal gegen die Beschränkungen rebellieren. Auch die besten Eltern machen Fehler, indem sie z.B. überreagieren. Das Entscheidende ist, dass Eltern für ihre Fehler einstehen. Das bedeutet, auch Eltern müssen sich für den eigenen Fehler beim Kind entschuldigen. Man kann Kindern erklären, warum es zu diesem Fehlverhalten kam und wie die eigenen Gefühle in diesem Moment ausgesehen haben. Kinder lieben ihre Eltern bedingungslos, so wie sie sind. Das ist ein großes Glück, aber auch eine Verantwortung: nämlich die, diese Liebe nicht zu enttäuschen. Wer Kinder großzieht, ahnt: Elternschaft liegt nicht nur darin, Schoko-Muffins mit Smarties-Dekoration für die Geburtstagsparty zu backen oder Neunjährige rechtzeitig zum Fußball- oder Flötenspiel zu kutschieren, obwohl diese praktischen Dinge natürlich auch wichtig sind. Elternsein bedeutet vor allem, zugewandt sein, sich in die Seele eines Kindes einfühlen, es behüten – und im rechten Moment in der Lage sein, sich zu lösen und das Kind auch seine eigenen Wege gehen zu lassen. Dabei ist man stets auch prägendes Vorbild.


Gleichwohl sind die Herausforderungen für Eltern groß: Die Ergebnisse der Studie zum Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in Luxemburg (HBSC-2014) zeigen, wie anspruchsvoll Elternschaft sein kann. Denn den Kindern und Jugendlichen begegnen Situationen im Alltag, die sich auf direktem oder indirektem Weg auf das Zusammenleben in der Familie auswirken. Es sind Situationen in denen Kinder sich alleine, verletzt und einsam spüren.
Über 25% der befragten Schüler gaben an, in den vergangen Monaten gemobbt worden zu sein. Mobbing ist ein Risikofaktor für schlechtere Schulleistungen, aber langfristig auch für Angststörungen im Erwachsenenalter.
Rund 17% der befragten Schüler bewerten die Qualität der Familienkommunikation als niedrig bis mittelmäßig, wobei ältere Schüler die Familienkommunikation schlechter bewerten als die jüngeren.


Schule und Stress – Die Schule nimmt einen Großteil der Zeit von Kindern und Jugendlichen in Anspruch. Hier kann ihre soziale und gesundheitliche Entwicklung gefördert werden. Negative Erfahrungen in der Schule können diese Entwicklung beeinträchtigen. Schüler des Fondamental mögen ihre Schule mehr als Schüler an Sekundarschulen: Je älter die Schüler sind, desto häufiger geben sie an, unter Schulstress zu leiden. Gründe hierfür können Stress durch Schularbeit oder die Vermutung, dass der Lehrer einen Schüler für leistungsschwach hält, sein. Je weniger die Schüler ihre Schule mögen, desto mehr Gesundheitsbeschwerden berichten sie.


Gesundheitliche Beschwerden – Laut HBSC-2014 Studie geben 41% der Befragten an, häufig unter Gesundheitsbeschwerden zu leiden, d.h. sie sind von mindestens 2 der 8 vorgegebenen Beschwerden (Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen, Traurigkeit, Gereiztheit, Nervosität, Einschlafschwierigkeiten und Schwindel) mehrmals pro Woche oder sogar täglich betroffen.


Solche und viele andere Themen machen Eltern Sorgen; sie fühlen sich gefordert, auch mal überfordert. Man wünscht sich Hilfe und Unterstützung – und das ist in Ordnung!

Das Elterntelefon 26 64 05 55 bietet Beratung, Information und Orientierung. Das Angebot ist anonym und vertraulich.

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So werden Eltern, Großeltern, Professionelle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, und andere Interessierte in den mitunter komplexen Fragen der Erziehung oder mit ihren Sorgen direkt, ohne Wartezeiten, kompetent unterstützt.


Im Beratungsgespräch stehen die Anliegen und Fragen der Mütter und Väter im Vordergrund. Dabei verstehen sich die Berater-innen als Klärungshelfer, die sich gemeinsam mit dem Anrufer auf den Weg machen die jeweilige Situation oder das Problem zu verstehen und die individuellen Handlungsoptionen zu entdecken. Oft trägt ein Gespräch dazu bei eine verschwommene Situation wieder klarer zu sehen. Der verengte Blick weitet sich. Das ermöglicht die Ressourcen des Kindes und nicht ausschließlich seine Defizite im Blick zu haben. Auch die eigenen Ressourcen werden aktiviert, so dass nicht Ohnmacht und Hilflosigkeit die Situation dominieren. Den Beratern kommt dabei die gute Kenntnis des sozialen Netzwerks zu Gute.
Die Berater-innen am Elterntelefon sind gut ausgebildete hauptamtliche und freiwillige Mitarbeiter. Sie erhalten, begleitend zu ihrer Tätigkeit am Elterntelefon, regelmäßige Supervision und Fortbildungen, um die Qualität der Gespräche zu sichern.


2018 haben uns über 220 Eltern und Erwachsene mit Verantwortung für ein Kind oder einen Jugendlichen kontaktiert. Sie haben diesen direkten Weg der Beratung genutzt und so unnötige Wartezeiten vermieden und eine erste Orientierung und Unterstützung erhalten. Die Gesprächszeiten lagen durchschnittlich zwischen 20 und 60 Minuten. Die Gestaltung der familiären Beziehungen, Konflikte mit Töchtern oder Söhnen waren zentrales Thema am Elterntelefon, gefolgt von der Kategorie “Psychosoziale und psychische Gesundheit.“ Nach vorne geschoben hat sich das Thema Schule. Die Fragen der Eltern in Bereich Schule sind im Vergleich zum Vorjahr um das Fünffache gestiegen. Viele verunsicherte Eltern suchen im Kontext von Trennung und Scheidung Rat. Auch Gewaltsituationen in der Familie oder Schule spielten immer wieder eine Rolle in der Beratung. Manche Eltern hatten Angst um ihre Kinder, da sie suizidale Gedanken äußerten.

 

Sie können einfach anrufen, wenn…

  • Sie sich Sorgen um die Entwicklung Ihrer Kinder machen
  • es Probleme in der Krippe, in der Kindertagesstätte oder in der Schule gibt
  • es Streit in der Familie gibt
  • Sie in Ruhe mit jemandem sprechen wollen
  • Sie Fragen zur „richtigen“ Erziehung haben
  • Sie konkrete Informationen benötigen
  • Sie nicht wissen, wer der richtige Ansprechpartner ist
  • Sie das Gespräch mit Ihrem Kind suchen wollen, aber nicht genau wissen, wie


Wir sind für sie da, rufen sie uns an.
Elterentelefon 26 64 05 55

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