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Warum es eine Kunst ist, Kindern und Jugendlichen aktiv zuzuhören.


Die meisten Erwachsenen werden zustimmen, dass, wenn man wirklich jemanden braucht, um einem zuzuhören, es nichts hilft wenn man lediglich unerwünschte Ratschläge bekommt, die Meinung der anderen Person hören muss oder schlimmer noch, ständig unterbrochen wird von ihrem mobilen Gerät. In der Tat, viele Erwachsene äußern sich immer öfters darüber, wie unerträglich sie es finden, wenn eine Gruppe junger Menschen zusammen sitzen und die Augen auf ihr neuestes Computer-Spiel, aktuellsten Smartphone gerichtet haben oder über Kopfhörer völlig in Musik versunken sind. Wie können sie da ein Gespräch führen geschweige denn einander zuhören? Andererseits, wie oft hören Erwachsene Kindern und Jugendlichen wirklich zu, ohne ihnen dabei zu sagen, was sie tun sollen, was sie hätten tun müssen? Wie oft lassen sie zu dass man sie unterbricht? Es ist also nicht verwunderlich, dass Kinder und Jugendliche manchmal das Gefühl haben, dass die wesentlichen Erwachsenen in ihrem Leben ihnen nicht wirklich zuhören.

Aktives Zuhören, so dass die andere Person fühlt gehört zu werden, ist eigentlich eine gelernte Fähigkeit mit der Erwachsene und Jugendliche zu kämpfen haben. Die Bedeutung des Gefühls gehört zu werden kann nicht unterschätzt werden, besonders wenn wir Schwierigkeiten oder Herausforderungen in unserem Alltag haben. Oft nur in der Lage sein, frei mit jemandem zu sprechen dem wir vertrauen können, kann uns helfen, unsere eigenen Lösungen zu finden. Um einer anderen Person aktiv zuzuhören, müssen wir ihr unsere volle Aufmerksamkeit geben. Dies berücksichtigt die Schaffung eines Umfelds wo man nicht unterbrochen werden kann, wo man sich gegenübersteht und Blickkontakt hat, und wo man der anderen Person Zeit lässt sich zu erkunden, ohne allzu viele Fragen zu stellen. In unserem geschäftigen Alltag mag dies unmöglich erscheinen. Doch eigentlich bedeutet die Schaffung des Umfeldes im Wesentlichen, dass man sich verpflichtet, einen Zeitraum in der nahen Zukunft zu reservieren, wo man dieser Person seine volle Aufmerksamkeit geben kann. Dies kann in irgendeinem Rahmen stattfinden, sei es auf der Arbeit, in der Schule oder zu Hause. Durch diese Verpflichtung zeigen wir der Person, dass wir sie nicht nur respektieren, sondern dass wir uns auch Zeit geben um zuzuhören. Dies kann ebenso telefonisch oder schriftlich erfolgen, wenn es persönlich nicht möglich ist, doch bedarf dies etwas Übung.
Indem man sich vorbereitet seinem Kind, Partner oder Kollegen aktiv zuzuhören, kann man die Absicht einbeziehen nur zuzuhören, währendem der Andere spricht, nur relevante Fragen zu stellen um etwas zu klären, und wenn möglich geschlossene Fragen zu meiden (Fragen, die meist nur mit ja oder nein beantwortet werden können). Während man zuhört, kann man einzelne Wörter oder Körpersprache benutzen, was ermutigt weiterzumachen. Dieser Prozess wird oft missverstanden und die Menschen denken, dass sie Lösungen anbieten müssen. Doch ein Erwachsener oder ein Kind ist viel eher bereit nach einer Lösung zu handeln, für die er sich selbst entschieden hat. Dies bedeutet nicht, dass wenn man direkt gefragt wird, man keine möglichen Wahlmöglichkeiten anbieten kann. Aber indem man der anderen Person Zeit gibt, sich voll auszudrücken, erlaubt man ihr, auf ihre eigene innere Weisheit zurück zugreifen. Eine der größten Gaben, die wir jungen Menschen geben können, ist das Vorbild des aktiven Zuhörens. Es zeigt ihnen, dass wir ihre eigene, einzigartige Sichtweise respektieren, dass wir darauf vertrauen, dass sie ihre eigenen Lösungen finden und es hilft ihnen, ihre eigene Problemlösungskompetenz zu entwickeln.
Es gibt Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche es schwer finden mit ihren Eltern oder Betreuern zu sprechen. Vielleicht weil sie eine Auseinandersetzung oder einen Streit mit ihnen hatten, vielleicht weil es im familiären oder schulischen Umfeld Probleme gibt, oder weil sie es als peinlich empfinden, Unterstützung zu benötigen, was manchmal in der Adoleszenz der Fall sein kann. Dann ist es wichtig dass sie wissen wo sie hingehen können, um vertrauliche und zuverlässige Information zu bekommen. Die Online Help ist in englischer, französischer, luxemburgischer und deutscher Sprache verfügbar. Die Beratung ist vertraulich und anonym und ist ein Service des Kanner-Jugendtelefons, das seit 25 Jahren in Luxemburg tätig ist. Weitere Dienstleistungen sind eine Telefon Helpline für Kinder, Jugendliche ( 1 1 6 1 1 1)  und Eltern (26 64 05 55), sowie eine englische Online-Hilfe für Eltern in Luxemburg. Alle diese Dienste sind kostenlos und vertraulich und werden von anonymen, gut ausgebildeten und betreuten freiwilligen Helfern gewährleistet, innerhalb der von Child Helpline International anerkannten Richtlinien.
Als Teil der Werbung für die Online-Hilfe für Kinder und Jugendliche veröffentlicht das Kanner-Jugendtelefon jeden Monat eine Postkarte mit einem neuen Thema. Jede Karte deckt ein Thema ab, das für junge Menschen wichtig ist und beinhaltet einen versteckten Buchstaben. Im Laufe des Jahres ergeben die Buchstaben zusammen ein Wort, das für die Dienstleistungsstelle eine große Bedeutung hat. Es wird ein Preis für die junge Person geben, die das komplette Wort beim KJT am Ende des Jahres einreicht. Das Thema dieses Monats ist, wo man hingehen soll, wenn man das Gefühl hat, nicht gehört zu werden.
Für weitere Information oder um den Service zu kontaktieren, gehen Sie zu www.kjt.lu.