wir-haben-rechteKinder brauchen Schutz und Hilfe, damit sie glücklich und geborgen aufwachsen können.

Das ist der Grundgedanke, der in der UN Konvention über die Kinderrechte zum Ausdruck kommt, die am 20. November 25 Jahre alt wird.

Bei der Konvention handelt es sich um ein Übereinkommen der Länder, die mit den aufgeschriebenen Rechten für die Kinder einverstanden waren und diese unterschreiben und ratifiziert haben.

Ratifizieren bedeutet, dass die Länder sich bemühen diese Rechte einzuhalten.

Die Rechte der Kinder dieser Welt sind in Artikeln festgeschrieben. Besonders Kinder, die ohne Eltern aufwachsen müssen, die Hunger leiden und die inmitten von Krieg leben, brauchen besonderen Schutz. Blutige Konflikte bestimmen aktuell das Weltgeschehen: Krieg im Gazastreifen, Gefechte in der Ostukraine, Gräueltaten der IS-Terroristen im Irak und in Syrien. Nicht zu vergessen sind die Kinder, die gequält, misshandelt und ausgebeutet werden. Sie alle brauchen besondere Hilfe.

Kinder sind noch nicht so stark wie Erwachsene, wissen noch nicht so viel und können sich noch nicht so gut wehren. Deshalb sind die Kinderrechte für alle Kinder dieser Welt gedacht. Keinem Kind sollen diese Rechte vorenthalten werden. Alle Kinder sollen die Möglichkeiten haben ihre Gedanken frei zu äußern und sich für diese Erde einzusetzen.

In vielen Ländern der Welt leben Kinder nach wie vor unter unmenschlichen Bedingungen, sie sind Kriegen und Gewalt ausgesetzt, müssen arbeiten oder dürfen nicht in die Schule gehen. Grundlegende Kinderrechte, werden auf Schlimmste verletzt. Da braucht es an allen Orten engagierte, mutige Menschen, die sich für Kinder und ihre Rechte einsetzen.
Dies hat in herausragender Weise mit unbeschreiblichem Mut Malala Yousafzi getan, die im November den Friedensnobelpreis überreicht bekommt. Malala ist mit ihren 17 Jahren die jüngste Friedensnobelpreisträgerin aller Zeiten. Weltbekannt wurde Malala seid ihr die Taliban bei einem Anschlag ins Gesicht schossen. Die Terroristen wollten Malala zum Schweigen bringen. Seit Januar 2009, da war sie gerade 11 Jahre alt berichtet Malala auf der Website der BBC in einem Blog-Tagebuch unter dem Pseudonym Gul Makai über Gewalttaten der pakistanischen Taliban im Swat-Tal. Diese Terrorganisation hatte seit 2004 im Swat-Tal Einfluss gewonnen und 2007 damit begonnen, Schulen für Mädchen zu zerstören und gegnerische Pakistaner zu ermorden. Sie verboten Mädchen den Schulbesuch, das Hören von Musik, das Tanzen und das unverschleierte Betreten von Räumen. Nachdem sie ein ultimatives Verbot der Taliban zum Schulbesuch zusammen mit anderen Mädchen missachtet hatte, hielten einige Taliban am 9.Oktober 2012 ihren Schulbus auf der Heimfahrt an und fragten nach Malala. Ein Taliban schoss aus nächster Nähe auf sie. Sie wurde durch Schüsse in Kopf und Hals schwer verletzt. Erst im Februar 2013 konnte sie das Krankenhaus in Birmingham verlassen, in dem sie behandelt wurde. Am 12.Juli 2013, ihrem 16. Geburtstag, sprach sie vor der Jugendversammlung der UNO. Es war ihre erste öffentliche Rede nach dem Attentat. Sie überreichte dem anwesenden UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon die Petition für die Bildung aller Kinder mit 4 Millionen Unterschriften.
Das Nobelkomitee hat erklärt, dass Malala durch ihren heldenhaften Kampf zu einem Sprachrohr für das Recht der Mädchen auf Bildung geworden sei. Malala kämpft besonders für die Umsetzung und Gewährleistung des Artikels 28 der Konvention über die Rechte des Kindes, welcher in ihrem Land missachtet wird. Dieser Artikel beschreibt das Recht auf Bildung, und dass es die Aufgabe des Staates ist, „den kostenlosen Besuch der Grundschule zur Pflicht zu machen, verschiedene Formen der weiterbildenden Schulen zu entwickeln und Kindern entsprechend ihren Fähigkeiten den Besuch von Hochschulen zu ermöglichen.“.

Durch ihren mutigen und entschlossenen Einsatz inspiriert Malala Millionen von Kindern, die jeden Tag in aller Welt namenlos und leise für das Recht auf Bildung, für das Recht angehört und beschützt zu werden, kämpfen. „Meine Botschaft für Kinder aller Welt ist, dass sie für ihre Rechte aufstehen sollen“, sagte Malala. „Der Preis ist eine Ermutigung weiter zu machen“, sagte die 17jährige. Sie widme den Preis allen Kindern, die keine Stimme haben, die aber gehört werden müssen.
Malala will trotz aller Bedrohungen durch Extremisten nach Pakistan zurückkehren.
Sie will Politikerin werden. Ihr Vorbild ist die 2007 ermordete Ministerpräsidentin Benazir Bhutto

Auch hier in Luxemburg leben Kinder deren grundlegende Rechte „leise“ verletzt werden.

Es gibt Kinder und Jugendliche die tagtäglich Angst haben von ihren Eltern oder einem Elternteil geschlagen oder grundlos angeschrien zu werden. Sie erleben Gewalt.
Andere leben in Armut und sind in Sorge, ob ihre Eltern es jeden Monat schaffen das notwendige Geld aufbringen, um z.B. die von der Schule geforderten Turnschuhe kaufen zu können. Nicht immer ist es sicher, ob das Geld am Ende des Monats für Nahrungsmittel genügt und Kinder dann mit leerem Magen ins Bett gehen müssen.
Manche Kinder und Jugendliche haben alkohol- oder drogenabhängige  Eltern. Sie sehnen sich nach Zuwendung. Oft übernehmen sie schon im Kindes oder Jugendalter die Verantwortung für ihre Eltern. Keiner soll wissen was in ihrer Familie passiert.  
Andere Kinder und Jugendliche werden gemobbt. Ob im Schulbus, auf dem Schulhof oder während der Pausen, hören sie entwertende Sprüche wie „du bist so uncool, so doof, so fett, so Asi“, rassistische Beleidigungen sind an der Tagesordnung; sie werden mit Papierfliegern oder anderen Gegenständen beworfen und von den Klassenkameraden ausgelacht. Zu Hause oder während des Unterrichts werden sie nicht in Ruhe gelassen, sondern weiter in den sozialen Netzwerken öffentlich beschimpft. Es werden falsche Behauptungen in die Welt gesetzt, wie „die ist doch geisteskrank“. Die Lehrer nehmen die Situation oft nicht ernst genug. „Hör nicht auf die“ reicht nicht aus. Aber es braucht auch mutige Mitschüler wie Malala, die aufstehen und Stopp sagen.
Kinder und Jugendliche leiden unter der Trennung ihrer Eltern, insbesondere darunter, wenn sie einen Elternteil nicht mehr sehen können, und dies, obwohl jedes Kind das Recht auf beide Eltern hat.
In vielen Institutionen vergisst man, dass Kinder nicht nur das Recht auf Freizeit, Spiel und Beteiligung am kulturellen und künstlerischen Leben haben, sondern auch ein Recht auf Ruhe (Artikel 31). Ruheplätze sind oft nicht vorhanden, Ruhepausen werden oft vergessen. Kinder müssen an den organisierten Aktivitäten teilnehmen und haben keine Möglichkeit sich zurückzuziehen.

Manche Kinder und Jugendliche kommen aus Kriegsgebieten und haben Entsetzliches erlebt, Bilder die sie vermutlich ein Leben lang begleiten. Sie haben gesehen wie miwie Familienangehörige im Krieg starben. Sie mussten in für sie  fremde Länder und Kulturen fliehen, Freunde und Familienangehörige zurücklassen, ohne genau zu wissen, wo sie landen werden und ob sie dableiben können. Manche Flüchtlinge werden hier in Luxemburg aufgenommen, das Klima, die Kultur und die Sprache sind ihnen fremd. Alles müssen sie neu lernen. Oft sind sie erst hier offiziell „geduldet“. Bis sie endgültig wissen, ob sie hier bleiben können vergehen oft Jahre.

Allen Kindern wünschen wir den Mut, sich für ihre Rechte einzusetzen in der Welt und hier in Luxemburg. Es ist der Mut aufzustehen, sich anzuvertrauen und Hilfe zu suchen.
Unterstützung und Hilfe findet ihr auf jeden Fall beim 116 111 Kanner-Jugendtelefon. Mit dieser Telefonnummer 116111 findet man übrigens in jedem europäischem Land der Welt einen Ansprechpartner, wenn man in Not ist. Kinder und Jugendliche können sich auch an die Online Help www.kjt.lu wenden. Beide Dienste sind anonym, gratis und vertraulich.​​​​